Der Jihad gegen das Nafs

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„’Diejenigen aber, die sich um Unsertwillen abmühen, werden Wir ganz gewiss Unsere Wege leiten. Und Allah ist wahrlich mit den Gutes Tuenden.‘ (Al-Ankabut:69)

‚O du Seele, die du Ruhe gefunden hast, kehre zu deinem Herrn zufrieden und mit Wohlgefallen zurück!‘ (Al-Fajr:27-28)

Die allgemeine Bedeutung von Mutmainna [..] drückt aus, dass etwas ruhig ist bzw. zur Ruhe gelang ist. Demzufolge vertraut eine zufriedene Seele ihrem Herrn und ergibt sich Ihm allein, sie findet Ruhe in Gehorsamkeit Ihm gegenüber und im Gedenken Allahs, sie vertraut keinem außer Ihm und verlässt sich auf niemanden außer Ihn. Diese Seele empfindet Zufriedenheit durch die Liebe zu Allah, die Dienerschaft Ihm gegenüber und das Gedenken; sie fühlt sich erfüllt durch Seine Gebote, Verbote und Offenbarungen; sie ist überzeugt von der Begegnung mit Ihm und der Verwirklichung Seines Versprechens für die Gläubigen; sie glaubt ohne Zweifel an Seine Namen und deren Bedeutungen; sie ist zufrieden mit Ihm als ihr Herrn, dem Islam als ihre Religion und mit Muhammed als Gesandten und Propheten; sie ist zufrieden in Bezug auf das beschlossene Urteil Allahs und Seine Vorherbestimmung; sie ist zufrieden mit Ihm als ihr einziger Herr, außer Dem es keine anbetungswürdige Gottheit gibt, und als ihr Herrscher, Der Macht über alle das beschlossene Urteil Allahs Dinge hat; es ist die Seele, die zufrieden darüber ist, dass die Rückkehr zu Ihm ist und sie nicht einen Augenblick ohne Ihn existieren könnte. […]

Ibn Abbas ra. legte den Wortlaut des Verses „O ruhige Seele“ als „überzeugte Seele“ aus.

Qatada sagte diesbezüglich: „Er ist der Gläubige, dessen Seele zufrieden mit dem Versprechen Allahs ist.“ Hasan (r.h.) erklärte: Es ist die Seele, die zufrieden mit den Worten Allahs und überzeugte davon ist.“ Und Mujahid sagte: „Es ist die demütige Seele, die bereute und sich Allah zugewandt hat, sie war überzeugt von ihrem Herrn und führte Seine Gebote mit Entschlossenheit aus und zweifelte nie an der Begegnung mit ihrem Herrn.“ […]

Das Gegenteil dieser Seele ist die Haltung des Nafs al ammara, also die Seele, die das schlechte gebietet. Sie befiehlt ihrem Besitzer die Befolgung seiner Neigungen:

Das ist die Befolgung der Begierden und Falschheit, die zu Irreleitung und Sünde führen. Er (das Nafs) ist der Zufluchtsort aller Schlechtigkeiten. Wenn man ihm gehorcht, führt er zu verächtlichen Taten und schlechten Verhaltensweisen.

Während Allah diese Art der Seele als „das Schlechte gebietend“ beschreibt, verwendet Er den auf die Häufigkeit hinweisenden Wortlaut „ammaara“ statt „aamira“. Denn diese Aufgabe stellt ihre Gewohnheit und ihr Merkmla dar. Ausgenommen sind davon jene Seelen, denen Allah Seine Barmherzigkeit zukommen lässt, die gereinigt sind und ihrem Besitzer das Gute gebieten. Diese Entwicklung entspringt nicht aus dem Nafs selbst, sondern geht aus der Barmherzigkeit Allahs hervor.

Die grundlegende Haltung des Nafs ist, dass er stets das Schlechte gebietet. Denn Unwissenheit und Unrecht gehören zu einer Veranlagung. Merkmale wie Gerechtigkeit und Wissen entwickeln sich erst später bei ihm. Das geschieht wiederum durch die Eingebung Allahs und Seine Gnade. Wenn Allah den Gläubigen Seine Gnaden und Barmherzigkeit nicht zukommen lassen würde, wäre nicht eine einzige Seele imstande dazu, sich zu reinigen.“ (Ad-Duhami, 2017, S. 22 – 28)

Quelle: Ad-Duhami, Ali ibn Muhammed (2017). Der Jihad gegen das Nefs. Dortmund: Ilm Verlag.

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