Vorteile von Geld und Besitz

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„Ibn Qudama: Sufjan ath-Thauri (der in der Anfangszeit des Islams lebte) sagte: „Geld ist die Waffe der Muslime in unserer Zeit“.

In heutiger Zeit gilt das viel mehr.

Abu Ishaq as-Sabi’i: „Sie (d.h. die früheren Rechtschaffenen) sahen den Wohlstand als Hilfe für die Ausübung der Religion“.

Im Einzelnen ist Folgendes der Nutzen von Geld und Besitz:

Fürs Diesseits:

Dies ist den Menschen gut bekannt – aus diesem Grund streiten sie sich auch um diese Güter.

Fürs Jenseits:

Wenn man selbst etwas besitzt, dann kann man es entweder für sich selber ausgeben oder anderen geben. In beiden Bereichen gibt es Vorteile fürs eigene Jenseits.

Dies berichtete Tirmidhi (2376). Tirmidhi sagte, dass dies ein guter gesunder (hasan sahih) Hadith ist. Albani und Al-Basjuni erklärten den Hadith für sahih (gesund).

1. Für sich selbst ausgeben:

Die notwendigen Güter des Lebens wie Essen, Kleidung usw. Wenn man diese Güter nicht besitzt, dann hat man nicht den Kopf frei für gottesdienstliche Handlungen und den Einsatz für die Einladung zum Islam.

2. Für andere ausgeben:

a) Sadaqa bzw. Spenden für Bedürftige

b) Geld für Freundschaft und Geschenke in Maßen ausgeben, um eine schöne Beziehung mit seinen Mitmenschen aufzubauen

c) Jemanden beschäftigen und dafür bezahlen, um selbst mehr Zeit zu haben für gottesdienstliche Handlungen und die Einladung zum Islam. Ibn Qudama: „Alles, was du an (irdischer) Arbeit abgeben kannst und dadurch deine Angelegenheit erledigt wird, es aber trotzdem selber machst, dass ist Selbstbetrug“.

Hierzu zählt beispielsweise, dass man einen Maler bezahlt, der einem die Wohnung streicht – und der es viel schneller und effektiver machen kann als man selber -, wenn man ausziehen will.

In der Gesellschaft muss es natürlich ein Gleichgewicht geben zwischen Arbeitgebern, Arbeitsnehmern, Auftraggebern und Projektnehmern.

Nachteile von Geld und Besitz

Folgendes sind die Nachteile für die Religion:

1. Man ist verführt, Sünden zu tun, die einem erst ermöglicht werden, wenn man das nötige Geld für das Begehen der entsprechenden Sünde hat.

2. Man gewöhnt sich an ein weiches, verwöhntes Leben. Dies ist nachteilhaft, denn es kann sein, dass man irgendwann einmal Pflichten des Islams ausführen muss unter raueren Bedingungen, wozu man dann nur schwierig in der Lage ist.

3. Das Geld lenkt einen vom Gedenken an Allah ab – ein Problem, was fast jeder hat: Wenn man eine schön eingerichtete Wohnung mit vielen Gegenständen hat, ist man besorgt darum, diese Instand zu halten. Jemand, der Land besitzt, hat Angst, dass andere sein Bodenrecht

Das Übel des Geizes und der Liebe zu materiellem Besitz und die Vorzüglichkeit der Begnügsamkeit und der Freigiebigkeit verletzten. Einer der eine Firma zusammen mit einem Teilhaber hat ist möglicherweise besorgt, dass der andere ihn betrügt oder verhältnismäßig zu wenig arbeitet usw.

Nur wer gerade so viel Geld hat, dass er für den nächsten Tag über die Runden kommt, hat nicht diese Probleme. Allerdings hat er dann wieder die Sorge – vor allem, wenn man eine Familie zu ernähren hat -, wie er sie in der Zeit danach über die Runden bringt und ist aufgrund dessen auch vom Gedenken an Allah abgelenkt. Deshalb ist es gut, wenn man ein Mittelmaß in der finanziellen Vorsorge hat.

Abu Huraira (r.) berichtet, dass der Gesandte Allahs (s.a.s.) gesagt hat:

„O Allah, mache die Versorgung der Familie von Muhammad gerade so, dass es ausreichend ist.

– Muslim


Quelle: Ibn Tazkija- Charakterreinigung, Qudama. Übersetzt von Samir Mourad, Roula Mourad, Sylvia Mittendorfer. Deutscher Informationsdienst über den Islam (DIdI) e.V., Karlsruhe. S. 113-114.

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