Sünden sind Gift für das Herz

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„Und genauso ist das Verständnis desjenigen, der ein Mu’min ist, ein Gläubiger. Der bei Allah subhanahu wa ta’ala hohe Stufen hat. Und hohe Stufen erreichen möchte. Und man soll diese kleinen Sünden nicht unterschätzen. Es gibt ein schönes Beispiel für denjenigen, der mit den kleinen Sünden anfängt und sich dabei verliert und dann in eine große Sünde fällt:

Es geht um jemanden, der ein weißes Gewand trägt, schön gekleidet, sauber, glänzend. Und er geht die Straße entlang und muss von dem einen Ort zum nächsten Ort wechseln. Der Ort, zu dem er rüber muss, ist voller Schlamm und Pfütze. Was wird er machen? Zuerst wird er den Schritt nach vorne wagen und schauen: „Komme ich da entlang? Ja oder nein?“ Er merkt, dass es nicht geht, so geht er zurück, hat aber schon einen Fleck an seinem Gewand bekommen. Dann versucht er auf anderem Wege zu dem gewünschten Ort zu gelangen und schaut, ob er da entlanggehen kann. Dort bekommt er den zweiten Fleck auf seinem Gewand. Sein Gewand, welches vorher schön weiß war, bekommt langsam einen Fleck nach dem anderen. Irgendwann sieht derjenige sich an und denkt sich: „Mein Gewand ist schon befleckt, so dreckig geworden. Ob ich da jetzt durchgehe oder nicht, spielt keine Rolle mehr. Ich gehe da jetzt durch.“

Das ist der Zustand eines Sünders. Er macht die kleine Sünde. Er sagt, egal. Er reinigt sich. Ein Mu’min reinigt sich, achtet auf sich, von innen und außen. Dann macht er wieder eine kleine Sünde. Er sagt, egal. Dann macht er die nächste kleine Sünde. Er sagt, egal. Und dann kommt die dritte, vierte, fünfte, sechste, zehnte, zwanzigste kleine Sünde. Irgendwann wird die Sünde für ihn Normalität. Die Sünde wird für ihn zu einer normalen Angelegenheit. Er fragt sich nicht mehr, ob sein Gewand jetzt noch einen Fleck bekommen hat. Er guckt nicht mehr auf sich, dieser Muttaqi (Gottesfürchtiger). Derjenige, der Allah subhanahu wa ta’ala fürchtet. Er schaut nicht mehr auf sich selbst und fragt sich: „Bin ich noch ein Muttaqi?“ Rechnet er noch mit sich selbst ab? Fürchtet er immer noch Allah subhanahu wa ta’ala? Oder ist die Sünde bei ihm schon so weit fortgeschritten, dass er gar nicht mehr merkt, dass diese Sünde ihn bereits komplett unter Kontrolle hat?

Sünden sind Gift für das Herz – Eyad Hadrous (Vortragsreihe zum Buch „Krankheit und Heilung“ von Ibn Qayyim) – Minute: 7:53 – 10:40

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