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Wie nötig haben es die Menschen heutzutage mehr als je zuvor, in der echten islamischen Brüderlichkeit zu leben! Der Beginn für eine neue Gesellschaft ist die Brüderlichkeit. Hier liegt der Kern einer gesunden Gesellschaftsordnung. Hier liegt die Ausstrahlung der Barmherzigkeit und der Gnade. Die islamische Brüderlichkeit ist ein nachahmenswertes Vorbild für die gesamte Menschheit, und das ist der Grund, warum sich der Islam überall ausbreitet und ohne groß angelegte, organisierte Missionierung und ohne militärische Eroberungen auch im heutigen Europa Fuß fasst. Immer mehr Menschen kommen zum Islam, nicht etwa, um Profite zu erzielen, sondern um die islamische Brüderlichkeit zu genießen. Der Beginn ist die gute Nachahmung. Jeder muss mit sich selbst anfangen; denn es geht um höhere Werte und Normen. Vorstände und Verwaltungsapparate islamischer Verbände und Gemeinschaften werden dringend ermahnt, ihre Aufgaben im Rahmen dieser Normen durchzuführen und sich von der hässlichen Form der herzlosen Bürokratie und selbstsüchtigen Geschäftemacherei zu distanzieren. Es ist z.B. unbrüderlich, wenn diese den Mitgliedern Mahnungen und Zahlungserinnerungen wie kaufhausmäßige Rechnungen zur Zahlung der Mitgliederbeiträge schicken und dabei den Bruderverein in so etwas wie eine GmbH verwandeln. Wir müssen uns hüten, den Fehler derjenigen zu begehen, die von den Gläubigen Kirchensteuer erheben und dabei versagt haben, die Herzen der Menschen zu besänftigen und zum inneren Frieden zu führen. Dies ist die Schule des Gesandten Allahs, Muhammed, Allahs Segen und Friede auf ihm, über den der Koran sagt: „Und wir entsandten dich (O Muhammed) nur aus Barmherzigkeit für alle Welten.“ (21:107)
Und zum Schluss dürfen wir die Abschiedspredigt des Gesandten Allahs, Allahs Segen und Friede auf ihm, nicht vergessen, die er im Jahre 632 n.Chr. in Mekka bei der letzten Pilgerfahrt vor seinem Tod gehalten und bei der er unter anderem gesagt hat: „Oh ihr Menschen, höret, was ich sage, und begreift es: ihr solltet wissen, dass der Muslim dem anderen Muslim ein Bruder ist, und dass alle Muslime untereinander Brüder sind. Keiner ist berechtigt, etwas von seinem Bruder wegzunehmen, es sei denn, dass er dies völlig freiwillig gegeben hat. Unterdrückt euch nicht gegenseitig! O Allah, mein Gott! Habe ich es verkündet?“ Darauf rief die versammelte Menschenmasse: „Bei Allah, ja.“

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