One-Man-Show – warum das Folgen eines einzelnen Gelehrten oder einer Gemeinde gefährlich sein kann

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Die meisten Muslime sind einer Gemeinde gebunden. Sei es die DITIB, die aufgrund ihrer staatlichen Beziehung von den meisten Türken aus Gebundenheit gefolgt werden – oder die Muslimbruderschaft, die aus Solidarität gemocht wird. Dann gibt es Gemeinden, die mit bestimmten Persönlichkeiten identifiziert werden. Beispiele sind die IGMG mit Necmettin Erbakan, die Nurculuk Bewegung mit Said Nursi oder die Gemeinde Furkan mit dem Anführer Alparslan Kuytul. Viele Gruppen stehen in Konkurrenz zueinander, einige können gut miteinander harmonieren. Was sie aber alle gemeinsam haben ist die Idee der Bewegung, die nicht infrage gestellt werden würde. Wenn du einen Anhänger vorwerfen würdest, dass sein Gelehrter eventuell Fehler gemacht haben könnte, wird man auf starken Widerstand stoßen. Meine Erfahrung hat gezeigt, dass man auch keinen Bezug zu anderen Bewegungen machen darf, solange man sich auf Ihrem Boden bewegt.

Ich bin der Überzeugung, dass man sich aus folgenden Gründen nicht einem Gelehrten oder explizit den Ideen einer Gemeinde anschließen sollte:

du übernimmst nicht nur das Gute, sondern auch seine Fehler. Es gibt keine Garantie, dass der Gelehrte alles richtig beurteilt hat.
• Störung der Harmonie zu anderen Geschwistern. Wir sind alle Geschwister und keine Konkurrenten.
• wenn der Gelehrte von Allah swt. zu sich genommen wird, gibt es bei einigen Gruppen keinen direkten Nachfolger. Die gesamte Stütze/Last lag auf seinen Schultern.

Es ist völlig verständlich, dass wir alle Nachahmer sind und die Vorteile einer Gemeinde nutzen wollen. Ich sehe die Schuld auch nicht bei den Mitgliedern, sondern bei den Gelehrten und den Strukturen der Gemeinde. Wir machen das, was die Gruppe sagt und verteidigen es auch. Der Gelehrte muss die Gemeinde aufklären, dass er auch falsch liegen könnte und dafür sorgen, dass die Vielfältigkeit an Quellen gewährleistet ist. In Form von Eigeninitiative, dass er seinen Anhängern die Message mitteilt: „Meine Quellen sind von dem Gelehrten oder von der Fiqh-Schule. Es gibt aber auch andere Schulen und andere Rechtssprechungen, die akzeptiert werden.“

Besonders Aufklärungsarbeit muss auch über kritische Themen geleistet werden: Ist der Islam nur eine Religion oder doch eine Weltanschauung, welche dein gesamtes Leben bestimmt? Was ist mit den anderen islamischen Gruppen und wie müssen wir zu Ihnen stehen? Warum tanzen einige von Ihnen? Warum greifen einige von Ihnen zur Waffe als Lösung? Was davon ist legitim?

Damit wir in Zukunft keine „Du bist nicht auf dem richtigen Weg“-Diskussionen führen müssen, weil sie den Unterschied zwischen Schafiitischer Fiqh-Schule und der Schia nicht kennen. PS: Bleibt wortgewandt und macht keine Fitna.


Quelle: FAJR JUGEND (https://t.me/fajrjugend)

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