Jeder Mensch ist geprägt von Glück und Trauer. An dieser Stelle möchte ich mich der Trauer widmen. Trauer kann in Form von Schicksalsschlägen, wie der Tod eines Bekannten, sein. Aber auch private Probleme, die durch zwischenmenschliche Beziehungen entstehen, gehören dazu. Im Endeffekt ist jeder normale Mensch von diesen Emotionen umgeben. Manchmal kann dieses Gefühl einen Menschen in eine Verzweiflung bringen und dabei zeitlich den Verstand abschalten. Dann hat man ein Gefühl, der in diesem Moment alles vergessen lässt und man denkt, dass diese Situation nie wieder vergeht. Nach einer bestimmten Zeit aber verfliegt dieses Gefühl und man kann zwei wichtige Punkte hieraus entnehmen:
1. Verzweiflung und Trauer ist ein menschliches Gefühl.
2. Dieses Gefühl verschwindet im Normalfall, egal wie schwerwiegend dieser in dem Moment auch ist. Auch wenn man denkt, dass dieses Gefühl niemals verschwinden kann. Zumindest wird dieses Gefühl den Betroffenen nicht jeden Tag begleiten. Unser Gehirn schaltet es einfach ab.
Doch wie gehen wir mit solchen Situationen um?
• Jede auch nur aussichtslose Situation ist eine weltliche Angelegenheit. Wir sind hier nur von kurzer Dauer. Seine Kraft und Zeit damit zu verschwenden, wäre schade.
• Trauer ist menschlich, aber es gibt immer eine Grenze. Lasst uns diese Grenzen niemals überschreiten (passiert vor allem bei Todesfällen). Damit würde man sein eigenes Schicksal verfluchen und damit gleichzeitig Allah swt. für seine Situation fluchen.
• Es ist schwierig in jenem Moment Ruhe zu bewahren und sich auf etwas anderes zu konzentrieren. Doch den Qur‘an zu lesen und seine Bedeutung zu verstehen, kann eine Heilung sein. Allein das Gefühl, dass der Qur‘ân Heilung bringt und Balsam für die Seele ist, kann enorm helfen.
• Viele Bittgebete aussprechen und islamische Werke zu diesen Themen lesen. In diesen Werken werden ähnliche Beispiele genannt und oft Lösungen angeboten (z.B. Die Krankheit und die Heilung von Ibn Qayyim al-Dschauzīya)
•Außerdem sollte man sich die Prophetenbiographien lesen. Sei es die Biographie des Propheten Mohammed saw. oder den anderen Propheten.
Hier ein Beispiel vom Propheten Ayyub a.s (Wikipedia)
„Es wird gesagt, dass Ayyub ein Mann war, der viel Vermögen besaß. Dazu gehörten fruchtbare Ländereien, Viehherden, Diener und zahlreiche Kinder. Dann wurde er von Allah mit einer schweren Prüfung geprüft. All seine Besitztümer verschwanden und auch seine Kinder starben. Ibn Kathir berichtet in seinem Tafsir: „Und er wurde an seinem Leib geprüft mit allen möglichen Plagen. Es blieb ihm kein gesundes Körperglied mehr außer seinem Herzen und seiner Zunge, mit denen er Allahs gedachte (d.h. Dhikr machte). Dabei blieb er geduldig, den Lohn Allahs erhoffend, indem er Allahs des Erhabenen in der Nacht und am Tage gedachte, morgens und abends (…)“. Schließlich wandten sich Freunde und Verwandte aufgrund seiner Krankheit von ihm ab und er wurde vor die Tore der Stadt geworfen, wo er weiter geduldig mit seiner Frau ausharrte. Seine Frau stand ihm bei, pflegte und versorgte ihn. Es wird von Ibn Kathir berichtet, dass sie sogar bei den Leuten arbeiten ging, um ihn zu ernähren. Obwohl Ayyub so schwer geprüft wurde, blieb er ein Vorbild an Geduld. Er vertraute auf die Weisheit Allahs in all seinen Taten.“
Wenn man das Leben des Propheten Ayyub a.s betrachtet, dann hat man eigentlich keine Probleme:
• An dem erwähnten Beispiel wird noch eine Möglichkeit gegeben: Dhikr machen. In dem du Allah swt. gedenkst und ihn lobpreist (auch mit seinen schönen Namen).
• Versuche dich in Momenten der Verzweiflung zu kontrollieren. Denn dann wird dich Allah swt. noch mehr belohnen. Erinnere dich immer, warum du auf dieser Welt bist und wie wenig Zeit du doch hast. Denke daran: Schicksalsschläge sind auch Prüfungen.
• Wenn andere in Momenten der Trauer sind, versuche mit diesen genannten Punkten zu helfen. Mach Bittgebete für diese Person.
Ein Bittgebet des Propheten Ayyub a.s.:
أَنّي مَسَّنِيَ الضُّرُّ وَأَنتَ أَرحَمُ الرّاحِمينَ
(21: 83)
Quelle: FAJR JUGEND (https://t.me/fajrjugend)

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