Dawah der Frauen – einfach, aber trotzdem mit Hindernissen – Teil 1

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Die Dawah gehört zu den Stützen des Islams. Dawah bedeutet nicht nur in eine Moschee zu gehen und die Muslime zu Allah swt. einzuladen, oder Menschen auf der Straße zu informieren. Dawah wird auch durch dein Verhalten, durch dein Auftreten, sogar durch dein Dasein gemacht. Du bekommst die Belohnung aber nur dann, wenn du alles für Allah swt. tust.
Beispiel: Du machst die Wohnung sauber, ohne die Handlung explizit mit dem Namen Allahs swt. auszuführen. Hier bekommst du keine Belohnung. Immer Allah swt. miteinbeziehen, dann ist das eine win-win Situation.

Viele Frauen möchten aber mehr machen. Sie wollen Vorträge anbieten, die sozialen Netzwerke für Dawah-Zwecken nutzen, Projekte starten usw. Sie wollen den Männern nacheifern, halt speziell im Kontakt mit anderen Frauen. Auf diese Dawah beziehe ich mich ab jetzt.

Hier müssen wir zwei Situationen unterscheiden:

1. Die Frau ist nicht verheiratet

2. Die Frau ist verheiratet.

  1. Wenn die Frau nicht verheiratet ist, dann lebt Sie unter der Obhut des Vaters. Solange der Vater von der Tochter nicht verlangt, sich von islamischen Themen zu entfernen, muss die Tochter dem Vater gehorchen. Meistens hat die Frau aber viele Freiheiten. Das wird allein dadurch bemerkbar, dass Sie studieren darf oder sich tagsüber frei bewegt. Deswegen hat sie auch kaum Dawah-Einschränkungen. Entweder, weil der Vater von den Aktivitäten nichts weiß oder weil der Vater ziemlich gelassen damit umgeht. Dann kommt aber die Zeit, an dem die meisten Frauen heiraten werden. Hier ist es wichtig, dass man mit dem zukünftigen Ehemann alles abspricht, damit man später keine bösen Überraschungen erlebt. Was versteht der Mann überhaupt von der Rolle der Frau bezüglich der Dawah? Soll sie selbst die Dawah tragen, oder soll sie mich lediglich unterstützen, damit ich in der Dawah noch stärker bin? Leider gibt es viele Frauen, die unzufrieden mit der Ehe sind, weil sie eingeschränkt werden. Und auch wenn vieles in einem Ehevertrag festgehalten wird, halten sich einige Männer nicht daran. Ob es um die Brautgabe (Mahr) geht oder Sie ungerecht behandelt wird. Dafür hat man normalerweise eine islamische Institution (Qadi), die für die Einhaltung sorgt. Das haben wir momentan nicht und so sind die Frauen oft auf sich gestellt. Man kann die Männer im Diesseits nicht immer zur Rechenschaft ziehen. Deshalb ist es wichtig einen Wali zu haben, der für die Frau da ist. Überlegt mehrmals, wen ihr heiraten. Macht vorher eine Beratung mit einer erfahrenen Person und ein Istikhara-Gebet (sehr wichtig!)
  2. Wenn die Frau jedoch verheiratet ist, dann hat Sie einen Schwur einzuhalten. Der beinhaltet drei Pflichten. Das Thema verdient einen größeren Umfang und diese kann man in vielen Werken nachlesen. Kurzgefasst:

1. Sie soll den Ehemann glücklich machen und ihm gehorchen. Die Harmonie zwischen den Ehepartnern muss gesichert sein. Der Ehemann und die Ehefrau haben im täglichen Leben ihre Aufgaben.

2. Sie ist die Hirtin im Haus.

3. Sie erzieht die Kinder.

Natürlich können auch ganz andere Verhältnisse herrschen.
Beispiel: Die Frau arbeitet und der Mann nicht. Warum auch immer. Dann kann man von der Frau nicht erwarten, dass sie arbeitet und danach noch die Wohnung sauber hält.

Doch wie sieht die Dawah aus?

In erster Linie ist die Frau für die Harmonie im Haus zuständig. Die Dawah hat keinen Wert, wenn man draußen bei der Einladung erfolgreich ist, aber zu Hause alles vernachlässigt wird. Die genannten Pflichten kommen zuerst. Wenn diese Pflichten erfüllt sind und man Zeit, Kraft und Motivation hat und der Ehemann zusätzlich damit einverstanden ist, dann kann man die Dawah in jeglicher Form tragen. Doch viele Frauen können die Pflichten zu Hause tragen und bekommen trotzdem die Erlaubnis der Ehemänner nicht. Entweder hat der Ehemann Sorgen und will nicht, dass die Frau das Haus verlässt. Die Lösung hier ist: Dawah im Netz, oder der Ehemann sorgt für den sicheren Transport zum Zielort. Da gibt es viele Möglichkeiten (Gruppenfahrten unter Frauen, Zeitmanagement auf Seiten des Ehemanns). Oder der Ehemann will es nicht, weil er es nicht will (ohne Grund). Dann habt Ihr einen Ehemann, der nicht zu euch passt.

PS: In dieser Dunya gibt es nichts Perfektes! Perfekt ist nur die Schöpfung an sich.


Quelle: FAJR JUGEND (https://t.me/fajrjugend)

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