Meide schlechte Gefährten

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Ebenso, wie die „Wurzel” heimlich ansteckt (1), so ist auch das schlechte Benehmen ansteckend (2). Da die Veranlagung sich übertragen lässt, die Charaktere (andere) imitieren und die Menschen Flughühnerschwärmen ähneln, die von Natur aus dazu neigen, einander nachzuahmen. So meide den Umgang mit jemandem, der dich ruiniert; Und das Vermeiden ist leichter, als das Beseitigen. Dementsprechend, suche dir Kameraden und Freunde, die deinen Ansprüchen gerecht werden, dich deinem Herrn näherbringen und zur Vornehmheit deines Anliegens und deines Ziels passen, und übernimm die Einteilung der Freunde nach genausten Maßstäben: (3)

1. Nützliche Freunde;
2. Freunde, mit denen du dich vergnügst;
3. Vortreffliche Freunde.   

Die beiden ersten Freundschaften enden, wenn ihr Zweck endet, nämlich der Nutzen und Spaß. Was den dritten Freund angeht, so ist Verlass auf ihn, denn das Motiv seiner Freundschaft, ist die gegenseitige Überzeugung, dass in beiden Freunden vorteilhafte Züge verwurzelt sind. Vortreffliche Freunde sind eine seltene Währung, die schwierig zu erlangen ist.
Zu den wertvollen Worten von Hišām Ibn ‘Abd-al-Malik (gest. 125 n.H.) gehören die Folgenden: (4) „Von den Vergnügungen dieser Welt lebt nichts mehr, als ein Bruder, von dem ich mir die Mühe der Zurückhaltung spare.”

(1) Darüber gibt es einen erfundenen Hadīt (maudū’), Siehe al-‚Ilalu-l-Mutanāhiyah (2/123, 127) und Šarh al-‘Ihyā’ (5/348). In diesem erfundenen Hadīt (al-’Irq dassās) geht es darum, wie wichtig es ist, eine fromme Ehefrau auszusuchen, da die Eigenschaften der Mutter in der „Wurzel” liegen und somit dem Kind übermittelt werden können (die Übersetzerin).

(2) Šarh al-‘Ihya’ (1/74).

(3) Muhādarat ’Islāmiyyah von Muhammad al-Hadir Husayn (S.125-136)

(4) Tabaqātu-n-Nassābīn (S.31)

[Das Benehmen eines Schülers, Scheich Bakr ’Abū Zayd; Seite 43]

Und zu den edlen Worten, die von einem anderen aufgeschrieben wurden, gehört: (1) „Die Abgeschiedenheit ohne Wissen ist ein Irrtum, und ohne Askese ist sie Schwäche.” (2)

(1) Al-’Uzlah von al-Hattābiyy.

(2) es geht hier eigentlich um zwei Wortspiele: Das erste basiert auf der Lautähnlichkeit zwischen den beiden arabischen Wörtern ’Uzlah (Abgeschiedenheit) und Zallah (Irrtum); der Lautunterschied zwischen beiden ist der Laut ’ayn, mit den auch das Wort ’Ilm (wissen) anfängt. Würde man aus dem Wort ’Uzlah zusätzlich den Mittellaut ‚z‘ entfernen, dann ergäbe es ’Illah (Schwäche) (die Übersetzerin).


Das Benehmen eines Schülers
Autor: Scheich Bakr ’Abū Zayd
Übersetzung: Aisha Meier-Chaouki und Hala Farrag
Verlag: Darulkitab Verlagshaus
Erstauflage: Dezember 2016
Gesamtherstellung: IMAK.

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