
Antwort:
Wa aleykum salam wa rahmatullah wa barakatu, liebe Schwester.
Das überwinden des Nafs bedarf Zeit und kann nicht von heute auf morgen bewältigt werden.
Der erste Schritt, den du gehen solltest, ist , das zu meiden, was deinen Nafs stärkt, z.B.
- Filme
- Serien
- Social Media
- Vieles Essen
- Vieles Trinken
- Vieles Reden
- Vieles Schlafen
Deinen Alltag kennst du selbst am besten und eine radikale Umstellung kann manchmal sehr überfordernd sein oder sogar das Gegenteil bewirken. Wichtig ist, dass du ab heute beginnst deine Ziele strukturierter zu gestalten.
- Machst du aufrichtig dafür Duaa?
- Wann hast du Allah gebeten, dass Er dir deine Faulheit nimmt?
- Wann warst du das letzte Mal richtig entschlossen?
Liebe Schwester, wir alle versäumen mal unsere Ziele am Tag, aber das wichtigste ist, stetig zu Allah zurückzukehren und ihn aufrichtig zu bitten. Wir müssen Maßnahmen ergreifen, um unser Leben langfristig zu ändern. Es passiert nicht von heute auf morgen.
Sei dir bewusst, dass selbst wenn du nur ein Ziel am Tag erreichst, du mehr erreicht hast, als am vorherigen Tag.
Schaue dir außerdem deinen Alltag genauestens an.
- Mit was beschäftigst du dich am Tag wirklich?
- Sind es wirklich notwendige Dinge, die du erledigst oder sind es Dinge, die deine Faulheit fördern?
- Wenn du beispielsweise täglich eine Seite im Quran rezitieren möchtest, aber einfach nicht dazu kommst, musst du deine Taten am Tag genauestens hinterfragen.
- Begehst du Taten, die dich weit vom Gedenken Allahs bringen?
- Bist du häufig am Sitzen oder Liegen?
Es ist sehr wichtig, dass du die Ursache findest und diese bekämpfst. Es wird anfangs nicht leicht sein. Daher musst du schrittweise anfangen. Minimiere Dinge und Handlungen, von denen du kaum wegkommst. Erstelle dir eine To-Do Liste für den Tag. Notiere dabei deine Ziele in der Reihenfolge, wie du vorgehen möchtest. Schreibe dir ebenfalls am Ende des Tages deine Erfolge auf, um dich nochmal selbst zu motivieren. Allāh liebt die regelmäßigen Taten, auch wenn sie nicht viele sind.
Nehme dir zunächst wenige Ziele vor und versuche diese mindestens 40 Tage durchzuführen, bis die Handlung zu deinem Alltag gehört.
Oft sind es auch Sünden die wir begehen, ohne zu merken, dass es Sünden sind oder ihnen kein Gewicht beimessen. Frage dich: sehe, fühle, höre oder schmecke ich Haram? Wenn etwas davon zutrifft, solltest du stets aufrichtig bei Allāh bereuen, denn die Auswirkungen der Sünden machen sich stark im Alltag bemerkbar, sei es mit Faulheit oder Trägheit und kann den gesamten Segen aus dem Tag nehmen.
Hier sind ein paar praktische Tipps, die du direkt anwenden kannst:
Stelle deinen Wecker früh genug, sodass du genug vom Tag hast. Wenn du spät aufstehst und es nach ein paar Stunden schon dunkel wird, wirst du die Motivation leicht verlieren, da sich dein Körper wieder auf die Nacht einstellt.
Das Erste, womit du anfangen solltest wäre nach dem Morgengebet sitzen zu bleiben und deine Gedenken am Morgen zu machen. Diese findest du in Hisnul Muslim unter der Kategorie „Gedenken am Morgen und am Abend“. Sie werden dich stärken und dich in shaa Allāh von den Einflüssen des Shaytan bewahren. Lasse das dein erstes Hauptziel am Tag sein. Du wirst einen großen Unterschied merken. Genauso solltest du nach dem Asr Gebet deine Gedenken am Abend (siehe Hisnul Muslim) nicht vernachlässigen. Du wirst in shaa Allāh Segen für deinen Abend und die Nacht bekommen.
Das Zweite ist: Rechne mit dir ab und das täglich. Du kannst dir dabei ein Notizbuch nehmen und eine Liste erstellen mit „Sünden“ und „gute Taten“. So kannst du dich selbst aufrichtig reflektieren und eventuell versteckte Sünden im Alltag erkennen. Im Folgenden findest du noch zwei Buchempfehlungen zum Einstieg in der deutschsprachigen Literatur:
- Erziehung der Seele
- Der Jihad gegen das Nafs
Mit Geduld und Weisheit wirst du den Kampf gegen deinen Nafs antreten in sha Allah.
Möge Allah dir und uns Erfolg und Stärke geben. Amīn.
„O Lebendiger, o Beständiger, durch Deine Barmherzigkeit suche ich Beistand, verbessere alle meine Angelegenheiten und überlasse mich nicht einen Augenblick mir selbst.“ ~ Auszug aus Hisnul Muslim

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