Die richtige Erkenntnis

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„Jedes Kind wird mit der Fitra* geboren, und seine Eltern machen dann aus ihm entweder einen Juden, einen Christen oder einen Sabäer. (…)“ – (Bukhari)

Wie wir aus dem Hadith entnehmen können, wird jeder Mensch als Muslim geboren und es sind die Eltern, die das Kind dann in eine andere Richtung lenken.

Wir Muslime haben es Alhamdulillah gut. Wir sind bei der wahren (!) Religion geblieben. Die Nicht-Muslime müssen erstmal den wahren Weg wieder finden. Und wie wir leider oft feststellen, gelingt es nicht jedem.

Dadurch denken oft einige, dass sie nun die „Garantie“ hätten eines Tages in sha Allah ins Paradies eintreten zu dürfen.

Die Frage ist allerdings: Hat denn jetzt wirklich jeder Muslim die Garantie? Wer sagt denn, dass du als Muslim sterben wirst? Woher möchtest du wissen, ob du die Fragen im Grab richtig beantworten wirst? Woher weißt du, dass du nicht unbewusst Shirk begehst und bereits aus der Religion ausgetreten bist?

Die Wahrheit ist: Niemand hat für uns eine Garantie ins Paradies einzutreten, aber was in jedem Fall in unserer Hand liegt ist, dass wir auf das Paradies hinarbeiten können. Mit der Gewissheit darüber, was Allah von mir möchte, kann ich die konkreten Handlungen zur Erreichung meines Ziels setzen. Das wiederum setzt voraus, dass wir die richtigen Erkenntnisse über das Leben erlangen. 


Der Mensch bedarf dazu eines absoluten Paradigmas (Synonym: Leitbild, Musterbild, Vorbild), woran er sich orientieren kann, auf dessen Grundlage er die Realität beurteilen kann. 

Die Realität wird mit den 5 Sinnen (Hören, Sehen, Schmecken, Riechen und Fühlen) wahrgenommen. Das Paradigma kann erst als absolut bezeichnet werden, wenn es rational mit dem Denken übereinstimmt. Bei uns Muslimen ist das Paradigma der Islam bzw. die Aqida. Denn der Maßstab in unserem Leben ist der Islam.

Imam ibn al-Qayyim beschreibt dabei die „Realität“ als al-kitab al-manzur (das gesehene Buch) und die „Aqida“ als al-kitab al-maqrur (das gelesene Buch).

Die meisten Muslime beschäftigen sich leider meistens nur mit einem dieser Bücher. Entweder sind wir in der Realität sehr wissend oder im Qur’an. Ein gutes Beispiel wäre, wenn z.B. jemand sehr bewandert in der Politik ist, aber keine Kenntnisse über die islamischen Gesetzen bezüglich der Politik hat. Folglich passieren dann solche Sachen, die in unseren „muslimischen Ländern“ geschehen. Es herrscht eine Uneinstimmigkeit zwischen Theorie und Praxis.

Es kann auch das komplette Gegenteil passieren: Jemand, der sich mit den Gesetzen im Islam auskennt, aber keinen blassen Schimmer von der gegenwärtigen Politik hat. Die Folge dessen wäre, dass es zu unzähligen Fehlkonzeptionen kommen kann: Man kann durch das Gelernte nicht die Realität beurteilen bzw. anwenden.  

Anhand dieser Beispiele kann man deutlich erkennen, dass es für den Muslim äußerst wichtig ist, sich mit der Realität und mit dem Islam zu beschäftigen, das heißt eine Übereinstimmung zwischen der Theorie und der Praxis anzustreben. 

Jedoch möchte ich eins hervorheben und zwar, dass wir über den Qur’an reflektieren und uns mit ihm auseinanderzusetzen müssen. In der heutigen Zeit beschäftigen wir uns meistens nämlich nur mit der Realität. Wenn wir es tun, werden wir im  Diesseits auf einen geraden Weg geleitet und im Jenseits reichlich belohnt werden. 


So sagt Allah ta’ala sinngemäß im Qur’an: 

„Wahrlich, dieser Qur’an leitet zum wirklich Richtigen und bringt den Gläubigen, die gute Taten verrichten, die frohe Botschaft, auf dass ihnen großer Lohn zuteil werde“ – (17:9) 

„Es ist ein Buch voll des Segens, das Wir zu dir hinabgesandt haben, auf dass sie über seine Verse nachdenken, und auf dass diejenigen ermahnt werden mögen, die verständig sind“ – (38:29)

Deshalb kann ich nur sehr oft wiederholen.

Es ist wichtig den Islam bei jeder (!) Handlung als Maßstab zunehmen.

Nur so werden wir zu den erfolgreichen gehören. 


  • D.h. natürlich veranlagt mit der Gottergebenheit (= als Muslim)

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